Monthly Archive for August, 2006

Bikepark Winterberg

Wettervorhersage: Dauerregen; 10°C; keine Besserung!

Nun gut, Hinrich, Alex und ich gingen das Risiko ein. Die anderen sa�en unterdessen gemÌtlich bei Regen zu Hause vor ihren PCs. Tja, wie gut, dass man sich nicht immer auf den Wetterfrosch verlassen kann und so schien die Sonne schon wÀhrend der Zugfahrt als wir Hannover hinter uns liessen.

Doch zuvor möchte ich euch von der Begegnung mit Jan erzÀhlen.

Jan: Mitte 20, dunkelbraune Haare, schÃŒchtern, 1,70m groÃ?, Bio-KÃŒrbisszÃŒchter, Angler, bei unserem Treffen gerade solo, Antialkoholiker.

Um 15:15h am Freitag den 25.08.2006 ging das ganze Theater los. Wir waren gerade beim Fahrkartenautomaten, als uns die beschriebene Person sich zwischen uns drÀngelte und auf SchwÀble losbrabbelte. Meine ersten Gedanken waren, wie wohl auch bei KnÃŒlli und Fuchs: “Wat will der?!”

Nach mehrmaligem Auffordern Hochdeutsch zu sprechen, artikulierte Jan auf unsere Weise und wir wussten endlich, wo unser Kopf sitzt. Ich war der Erste der durch seinen Plan durchstieg: Er seit 2 Wochen unterwegs, kommt gerade aus Bremen von seiner Ex (95kg) eine Nacht aufm Hauptbahnhof verbracht, gerade solo, deprimiert, will nach Aalen (ca. 80km östlich von Stuttgart). Er wollte egal wo lang, weiter nach SÌden. Und da wir die Einzigsten sind die er nach zwei Stunden rumfragen Ìberreden konnte, mit bei ihm aufm Ticket zu fahren, sagten wir natÌrlich nicht nein.

Fuchs forderte sofort, aber sofort erstmal das Foto von seiner Ex, damit wir auch auf der sicheren Seite sind und uns der Bengel nicht entwischt.

Aufm Bahnsteig wartend erzÀhlte er uns von seiner dicken Alten – er brauche Frauen, wo er was ordentlich stemmen kann von hinten, aber es muss noch alles an Ort und stelle sein – also nicht zu extrem fÃŒr den schmÀchtigen KÃŒrbisskernpupser. Er erzÀhlte uns von seinem alkoholabhÀngigen Vater, der Scheidung seiner Eltern und seiner Schwester und natÃŒrlich seinem Beruf als Optiker.

Fuchs wies ihn darauf hin, dass man als Angler und KÃŒrbisszÃŒchter nicht so die geilen Schnitten abstauben kann.

Auch zeigten wir ihm die knackigen (russischen;) ) Hintern hinter denen man hergucken soll, auch der Alkohol gehöre dazu.

Weiter belehrten wir ihn, dass man sein Brot mit einem Messer schmiert. Desweiteren trieb Fuchs Schabernack mit einem kleinen Jungen namens Trymph. Die Schaffnerin fand es auch sehr amÃŒsant, dass ich desgint mit der typischen Hitlers RotzbrÀhmse ausm Klo kam. Hachja, wir lachten viel. Das Bier floss schon auf der Zugfahrt in Strömen – bis zum ersten Umsteigen zwei Sixpacks, aber die HÀlfte beim Lachen wieder ausgeschwitzt.

Dortmund belohnte uns mit Biker-Punks, die Fuchs natÃŒrlich erstmal nach einer Aktiven anquaddeln musste – wie so öfters, wenn er solo unterswegs ist. Sie rockten unsere Bikes, wir guckten zu.

Und gleich gings weiter Richtung Winterberg in der Pimmelbahn. Ich begrÃŒÃ?te beim Zusteigen den gefÃŒllten Zug erstmal mit einem lauten “Mahlzeit” – ja der Alkohol – worauf die ganze Mannschaft sich zu mir umdrehte und so tat, als ob sie zurÃŒckgrÃŒÃ?te. Sixpack numero 3 musste dran glauben und so eierten wir unserem Ziel entgegen.

Sofort fiel Alex und mir die charmante Sarah auf, die uns gleich gegen Ìber sa�. Wir tauschten hektische Blicke aus, kamen dann auch ins GesprÀch. WÀhrenddessen flirtete Fux im Vollrausch mit den radelnden Rentnern hinter uns, die sich angeblich mit unseren Bikes auskannten.

Kurz zu Jan, Jan sa� immer dabei, musste ja ab in den SÌden, sagte kaum etwas, schmunzelte, und a� umzingelt von seinen 100 EinkaufstÌten und DreckwÀsche seine 200g Butterpemme mit nem Klumpen Fleisch drauf.

Hachja, Sarah, sry, öm, ja wir redeten, Fuchs du hast die Gans gestohlen war nun auch vor Ort und analysierte gerade zwei austeigende Dorftussis auf Körperbau und Ma�en. Es stellte sich heraus, dass Sarah nicht wie von uns angenommen ca. 18 Jahre alt und solo ist, wer hÀtte das gedacht bei dem FrÀulein, sondern irgendetwas Richtung Seelenklempnerei im siebten Semester studierte. Nebenbei hÌtete sie schwer-erziehbare Hauptschulrinder oder so.

Wie auch immer, Hinrich fragte natÃŒrlich bei der Gelegenheit, wie das kommt, dass manche Menschen auf dicke Menschen (Jan) und Manche auf schlanke (wir) stehen.

Sie belehrte uns des Besseren, dass das einzig und allein von der Person abhÀngt, vielleicht auch von ihrem Umfeld, aber dass dies nicht “beigebracht” werden kann.

Soso, wusste ich auch noch nicht. Naja, Sarah stieg aus, kÃŒsste ihren Freund aufm Bahnsteig, der uns verdutzt anglubschte, als wir Saran hinterherwinkten.

So, damit ich nun endlich mal zum Thema Biken kommen – wir kamen in WBerg an und liessen Jan am Bahnsteig hinter uns. Der LokfÃŒhrer erklÀrte ihm, dass er wieder komplett zurÃŒck nach Dortmund muss und er jetzt eigentlich nur mit uns mitgefahren ist, weil er ein Ticket hatte, mit dem er uns mitnehmen konnte, wir so biller mitfahren konnte, er aber als Gegenzug noch Geld bekam, das er fÃŒr das Schöne-Wochenendticket brauchte, um nach Hause zu kommen.

Wir kamen in der DJH an und plÌnderten wir beim letzten Mal den KÌhlschrank im Lehrerzimmer und machten uns noch einen schönen Abend.

Der nÀchste Tag startete mit dem Kampf ums FrÌhstÌck und der Abfahrt per Velo in den Bikepark. Sonne schien, von wegen Regen, konnte als rund gehen.

Alex war das erste Mal in Winterberg und war schon vom Anblick ÌberwÀltigt. NatÌrlich fuhren wir wieder auf Fuchses Verlangen den halben Tag �bungsparcours. Doch wir nutzen auch unser Tagesticket und ratterten die Downhill immer und immer wieder.

BrumbÀr aka Chefkoch aus der Bikestation verkaufte mit einen Kettenstift fÌr ganze 2,50� nachdem mir die Kette gerissen war.

Wir rollten runter zu Lidl und hauten unsere Wampen voll und wÀren fast nicht wieder nach oben in Bikepark gekommen, weil Hinrich von seinen Russinnen schwÀrmte. Wir Ìberzeugten ihn, dass er DIE Russin wohl nie wieder sehen wÌrde und verschwanden wieder im Bikepark.

Auf dem RÌckweg zum Duschen, wÀre mir die Kette fast wieder gerissen, aber wir wussten Aushilfe mit Hinrichs Erste Hilfe-Set.

Wir rollten dann noch ein bisschen bei der schönen Sonne den �bungsparcours.

Nachts wurden wir mehrmals vom Jugendherbertsleiter ermaht, weil wir die Lautesten neben einer Handballmannschaft und einer Schulklasse seien – und das zu dritt. Wir trieben dies, das und jenes
Wir leerten den restlichen Lehreralkohol und schliefen ein …

Der letzte Tag startete mit Regen, wir starteten mit Kater und waren die Einzigsten in der Jugendherberge. Wanderten natÃŒrlich in Unterbuxen durch die Behausung und entschlossen uns frÃŒhzeitig abzubrechen.

Es war mal wieder ein sehr schönes und vorallem lustiges Wochenende, das das Biken etwas in den Hintergrund drÀngte, wir aber trotzdem noch zu unserer Tagesdosis Radln kamen.

GroÃ?artige Fotos gibt es nicht, ich versuchte mich nur mal an dem Fotoapparat: